7. Tag

Wir standen um 6.45 Uhr auf und machten uns nach einem schnellen Frühstück auf den Weg zum Canyonrand. Von Hermans Rest Change folgten wir dem Weg durch ein Nadelgehölz an der Schlucht entlang zur 3 km entfernten Yavapai Station. Dabei stellten wir fest, dass sich die jährlich bis zu 5 Mio. Besucher gut im weitläufigen Gelände verteilen. Unterwegs vernahmen wir nahezu ununterbrochen knackende Geräusche aus den umliegenden Bäumen, ein Ranger erklärte uns dann, dass wir die männlichen Zikaden gehört hätten, die damit ihre stummen Weibchen anlocken wollten. Auf und neben dem Weg tummelten sich einige Hörnchen, die uns auch in den anderen Nationalparks noch zahlreich begegnen sollten, und über dem Canyon, der sich auf einer Breite von bis zu 17,7 km zum Nordrand erstreckt, zogen ein paar wiederangesiedelte Kalifornische Kondore ihre Kreise, deren Art noch immer vom Aussterben bedroht ist. In der Schlucht liegen 12 Gesteinsschichten übereinander, vom fossilienreichen 250 Mio. Jahre alten Kalkstein des Kaibab-Plateaus, bis hinab zum fast 2 Mrd. Jahre alten Vishnu-Schiefer am Boden des Grand Canyon.

Von der Yavapai Station fuhren wir mit dem Shuttle-Bus zurück nach Hermans Rest Change und folgten dann mit unserem Auto dem East Rim Drive. Nach Stops am Grand Viewpoint, Navajo Viewpoint und am Desert View mit einem gemauerten Beobachtungsturm verließen wir den Nationalpark am Mittag in Richtung Page. Die Strecke führte durch die öde Painted Desert mit ihren bunten Felsen und durch die Reservate der Hopi- und Navajo-Indianer, die in kleinen Ständen am Straßenrand Kunsthandwerk verkauften. Sie lebten in vereinzelten Hütten und kleinen Siedlungen mit teils ärmlichen und teils recht hübschen Häuschen. Ein Abstecher führte uns zum Marvel Canyon mit der Navajo-Bridge. Dort befindet sich neben der neuen, auch für schwere Trucks ausgelegten Brücke von 1994 noch die alte Stahlkonstruktion, die am 12. Januar 1929 eröffnet wurde. Zu dieser Zeit war sie auf 965 km die einzige Brücke über den Colorado und ermöglichte den ersten direkten Highway zwischen Arizona und Utah.

Kurz vor Page hielten wir am Horseshoe Bend, einer hufeisenförmigen Flussschleife des Colorado in einer 100 m tiefen Schlucht, die sich in der Realität als viel größer entpuppte, als sie auf Bildern aussah. Gegen 18.30 Uhr erreichten wir dann unser Hotel.

Blick vom Südrand der Schlucht in den Grand Canyon.

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