8. Tag

Nachdem wir im Navajo-Reservat die Karten für die Besichtigung des Antelope-Canyons erworben hatten, fuhren wir zum Glen Canyon Dam am Lake Powell. Zurück am Visitor Center, brachten uns die Indianer dann um 11 Uhr mit höher gelegten Jeeps zum schmalen Eingang des Upper Antelope Canyon. Während meine Mitreisenden an einer normalen, 1,5-stündigen Führung teilnahmen, machte ich eine sehr empfehlenswerte 2,5-stündige Foto-Tour mit maximal 12 Teilnehmern. In meiner Gruppe waren sogar nur fünf Leute und unser Navajo-Führer hielt die zahlreichen anderen Besuchergruppen in den Gängen immer wieder für ein paar Minuten hinter Biegungen oder Vorsprüngen zurück, um uns menschenleere Motive zu ermöglichen. Im Rahmen einer normalen Führung ist es dagegen fast unmöglich ein vernünftiges Bild zu machen, wenn man sich nicht nur auf den Deckenbereich beschränken möchte. Alle Führer gaben sich viel Mühe ihre Gruppe z.B. mit Spielkartentricks oder einem kurzen Flötensolo zu unterhalten, wenn wieder einmal eine andere Gruppe den oft nur 2 m breiten, lediglich wenige hundert Meter langen Felsspalt blockierte. In der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr steht die Sonne fast senkrecht über dem Slot-Canyon, so dass ihr Licht von oben bis auf den Boden fällt. Dieser ist zentimeterhoch mit staubfeinem Sand bedeckt, den die Führer dann mit kleinen Schaufeln in die Luft werfen, um so die einfallenden Sonnenstrahlen besser sichtbar zu machen. Der Sandstein der Wände ist so weich, dass man sofort kleine Körnchen an der Hand hat, wenn ihn berührt.

Zurück in Page füllten wir im örtlichen Wal-Mart, dem US-Supermarkt schlechthin, zunächst unsere Vorräte auf, bevor wir uns auf den Weg nach Kayenta machten. Bei Meilenstein 322 fanden wir neben dem Hwy 98 an einer der zahlreichen Ranch-Zufahrten, mit Weidezaun und Kuhgitter im Boden, einen Wacholderbaum mit einem waagerechten, wie eine Sitzbank geformten Stamm. Ein idealer Picknickplatz, denn an den amerikanischen Highways gibt es zwar kleine, geschotterte Haltebuchten, aber kaum Rastplätze, wie man sie von deutschen Autobahnen kennt. 10 Meilen vor Kayenta bezogen wir dann am Tsegi Canyon, durch den nur noch ein braunes Rinnsal floss, ein einfaches Motelzimmer. Das Abendessen fand bei Grillenzirpen und Froschquaken auf dem hauseigenen Grillplatz im Freien statt.

Der schmale Eingang des Upper Antelope Canyons.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Autor *:

Webseite: