15. Tag

In der Nacht waren wir vom Prasseln des Regens auf das Wellblechdach wach geworden. Als wir mit vier anderen Gästen um 6 Uhr zur Führung starteten, war es noch dunstig aber immerhin trocken. Es ließ sich jedoch kein Quetzal blicken. Wir frühstückten also zunächst und dann begann es wieder zu regen. Nur leicht, jedoch stärker als beim „Chipi Chipi“, einem feinen Nieselregen, der sich auf der Haut nicht wirklich feucht anfühlt und trotzdem für das üppige Grün ringsherum sorgt. Juan Pablo, der in Guatemala-Stadt Biologie studiert hatte, erklärte Quetzals würden diesiges kühles Wetter mögen. Da sich aber weiterhin kein Exemplar zeigte, fuhren wir um 9 Uhr weiter. Nach nur 2 km drehten wir allerdings noch einmal um, um den Vögeln eine zweite Chance zu geben. Als wir wieder auf das Gelände fuhren, lachte Juan Pablo.

Er holte dann sein iPhone und spielte über eine kleine WLAN-Lautsprecherbox Quetzal-Gesänge ab, während sein Mitarbeiter weitere Suchrunden durch das kleine Gelände drehte. Alle Bemühungen waren leider nicht von Erfolg gekrönt, daher schenkte uns Juan Pablo schließlich drei Postkarten mit dem Quetzal darauf und bot an uns anzurufen, wenn es eine Sichtung geben würde. Oder wir könnten auch mit einem Discount noch eine weitere Nacht bleiben. Wir lehnten aber dankend ab und fuhren um 10.30 Uhr endgültig weiter.

Bald hatten wir die CA-9 erreicht, die größtenteils 4-spurig ausgebaut war. Dazwischen gab es jedoch immer wieder 2-spurige Abschnitte mit Baustellen. Den ganzen Tag über war es bewölkt und regnete immer wieder, auch als wir schließlich auf der CA-1 zum Atitlán-See hinunter fuhren. Nach insgesamt 300 km kamen wir gegen 16.30 Uhr in Panajachel an, dem zweitgrößten der 14 Dörfer am Ufer des Sees. Wir fuhren zunächst über die Hauptstraße Calle Santander, die wie eine Fußgängerzone wirkte. Dort reihte sich ein Souvenirshop an den nächsten. Der Ort macht auch insgesamt einen recht touristischen Eindruck, wirkt aber trotzdem noch recht nett.

Als wir nach Einbruch der Dämmerung an der Seepromenade entlang gingen, war der Himmel über dem Wasser pechschwarz. Am Horizont hüllte ein Wetterleuchten die Umrisse des Vulkans San Pedro im Widerschein der in den Wolken verborgenen Blitze für Sekundenbruchteile in ein gespenstisches Licht.

Der britische Schriftsteller Aldous Huxley hatte Atitlán-See einmal als schönsten See der Welt bezeichnet.

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