21. Tag

Nachdem wir bei einer Familie im Dorf unseren Tank aus einem Fass aufgefüllt hatten, fuhren wir am Rand des Salar de Uyuni entlang, bis wir an den Militärposten Colcha K kamen, der ein wenig an eine kleine, bunt bemalte Ritterburg erinnerte. Dann bogen wir über die dortige „rampa entrada“ auf den Salzsee ein. Am Ende des aufgeschütteten Damms wies der Boden erst dunkle Flecken auf, bis er nach wenigen hundert Metern von einer sauberen, gleißend weißen und steinharten Salzschicht bedeckt war, auf der selbst unser 2 Tonnen schwerer Nissan fast keine Spuren hinterließ. Nur die Ränder der flachen Wabenstruktur der Salzkruste, die mit 160 km Breite, 135 km Breite und einer Mächtigkeit von 2 bis 7 m die größte Salzfläche der Erde bildet, wurden von den Reifen zerdrückt. Mit dem GPS steuerten wir zuerst die Insel Incahuasi an. Dieses bevorzugte Ziel fast aller Touren auf den Salar war mit einem Refugio und extra angelegten Wanderwegen in einer großen Bucht bestens auf den Besuch von Touristen vorbereitet. Als wir die Bucht daneben, in der wir am Ufer zwischen den bis zu 12 m hohen und 1.200 Jahre alten Kakteen gefrühstückt hatten, wieder verließen, waren bereits ein gutes Dutzend Geländewagen mit Besuchern eingetroffen. Auch auf dem Salar selbst herrschte reger Verkehr, sogar ausgewachsene Reisebusse brausten auf einer imaginären Straße über das Salz. Nachdem wir für nur 22 km der Luftlinie direkt gefolgt waren, erreichten wir die Isla de Pescado. Dort waren wir ganz allein, nur Reifenspuren und eine Feuerstelle deuteten auf die sicher zahlreichen früheren Besucher hin. Bis zum Sonnenuntergang kletterten wir auf den Felsen herum, die größtenteils noch von scharfkantigen Korallenskeletten überzogenen waren. Überbleibsel aus dem bereits vor Jahrmillionen ausgetrockneten großen Anden-Binnenmeer Lago Minchins. Später nutzten wir den Vollmond, um einige Langzeitbelichtungen von den Kakteen vor einem eindrucksvollen Sternenhimmel zu machen. Als wir uns gegen 22.30 Uhr in die Schlafsäcke legten, sorgte die Höhe von „nur“ knapp 3.700 m dafür, dass es nachts vergleichsweise warm blieb.

Blaue Stunde am Salar de Uyuni.

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