9. Tag

Um 7.30 Uhr waren wir bereits wieder unterwegs zum Monument Valley, wo eine 17 Meilen lange Schotterpiste zu den Haltepunkten an den verschiedenen Felsformationen führt. Dort boten überall freundliche und sehr zurückhaltende Navajos ihren selbst gefertigten Schmuck an. Die ersten Siedler im Tal waren aber die Anazasi gewesen, die jedoch bereits im 13. Jh. wieder aus der Region verschwanden. Obwohl das Monument Valley für seine Bewohner schon immer ein spiritueller Ort gewesen war, machte es erst Harry Goulding den Weißen bekannt. 1924 kam er mit seiner Frau „Mike“ dorthin, um bei den Indianern zu leben und gründete einen „Trading Post“. Das Ehepaar sorgte für ein Krankenhaus sowie frisches Wasser für alle und erschloß den Navajo eine zusätzliche Einnahmequelle, indem es das Tal als Filmdrehort bekannt machte. 1938 wurde mit „Stagecoach“ der erste Hollywood-Streifen vor Ort gedreht, seit 1958 steht das Gebiet unter Schutz.

Am frühen Nachmittag kamen wir zurück zum Besucherzentrum, das aus einem neuen Hotel mit ansprechender indianischer Inneneinrichtung, einem Shop und einem im Januar 2009 eröffneten Restaurant bestand, wo wir beim verspäteten Mittagessen durch die großen Panoramascheiben einen herrlichen Ausblick über das Tal hatten.

Auf der Weiterfahrt nach Monticello führte die Strecke kurz hinter der Ortschaft Mexican Hat über eine Schotterstraße in Serpentinen hinauf ins 1.982 m hohe Cedar-Tafelland, eine sandige Heidelandschaft, die später in einen niedrigen Wald überging. Bei einem Abstecher zum Natural Bridges Monument, wo das Wasser über Jahrmillionen in zwei Schluchten drei massive Sandsteinbrücken geschaffen hatte, zog ein Gewitter auf, das auf zwei Seiten der umliegenden Berge bereits für Blitze, Donner und dunkle Wolken sorgte. Daher beschränkten wir uns auf das Abfahren der neun Meilen langen Rundstraße und zwei kurze Stops. Zuerst an der Sipapu-Bridge, die nach der Rainbow-Bridge im Glen Canyon bei Page die zweitgrößte Naturbrücke der Welt ist, und dann an der Kachina-Bridge, benannt nach den religiösen Kachina-Tänzern der Hopi-Indianer. Nachdem wir in Blanding unser schon auf Reserve fahrendes Auto vollgetankt hatten, war schließlich das hübsche, sehr grüne Städtchen Monticello erreicht, das in angenehm frischer Bergluft auf 2.100 m in einem Waldgebiet liegt.

Die Landschaft im Monument Valley.

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