11. Tag

Nach einem zeitigen Frühstück mit Orangen- und Bananenpfannekuchen fuhren wir ein kurzes Stück über den Fluss zu einer Campsite. Von dort aus machten wir auf schmalen Trampelpfaden eine etwa 90-minütige Urwaldwanderung. Neben verschiedensten Pflanzen und Bäumen, wie dem Eisenbaum, dem Mahagonibaum oder dem Knoblauchbaum, dessen zerriebene Rinde wie Knoblauch riecht, sahen wir auch kleine Gruppen von Brüll- und Spinnenaffen durch die Baumkronen ziehen.

Nach dem Mittagessen und einem kurzen Regenguss konnten wir in einem Baum hinter dem Haupthaus ein Ara-Pärchen beobachten. Anschließend ging es mit dem Boot zu einem sogenannten Oxbow-Lake, der sich aus einem alten Seitenarm des mäandrierenden Rio Manu gebildet hatte. Der See war unter Mithilfe der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft für den Öko-Tourismus erschlossen worden.

Beim 20-minütigen Marsch durch den Wald scheuchten wir auf dem Weg von der Anlegestelle am Fluss zum See eine Rotte Pekaris auf. Die südamerikanischen Wildschweine waren im grünen Dickicht zwar nicht zu sehen, liefen aber mit unüberhörbarem Getöse davon.

Am Cocha Salvador angekommen stiegen wir auf ein Gefährt um, das aus zwei Langbooten und einer darauf befestigten Holzplattform mit Geländer bestand. Mit unseren Guides Vanessa und ihrem Bruder Richard an den Rudern glitten wir über den See, bis zu einem Schutzgebiet an seinem Ende, wo eine 8-köpfige Familie von Riesenottern lebte. Im Manu-NP leben noch 65 der tagaktiven und bis zu 2 m langen Riesenotter, in ganz Südamerika sollen es 5.000 Tiere sein.

Wir konnten beobachten wie einige der Tiere miteinander spielten, während andere Fische fingen. Aber als wir uns näherten zogen sich alle langsam in ihren Bau zurück, der sich an der Wasserkante unter einem großen umgestürzten Baum befand. In der Ferne schwamm ein Mohrenkaiman und in den Blättern der Ufervegetation saßen mehrere der urzeitlichen Hoatzins. Die Küken dieser auch Schopfhühner genannten Vögel besitzen ähnlich wie der Urvogel Archaeopterix noch kleine Krallen an den Enden der Flügel. Dann tauchte ein Trupp Totenkopfäffchen auf, der sich schnell und geschickt durch das Geäst bewegte.

Nach der etwa 2-stündigen Floßfahrt kehrten wir zur Casa Machiguenga zurück. Wie am Vorabend konnte ich wieder vier Kakerlaken als Zimmergäste begrüßen, zwei davon hatten schon begonnen meinen Rucksack von innen zu inspizieren.

Brüllaffen am Ufer des Rio Manu.

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