19. Tag

Nach dem Frühstück mussten wir erst 2 km bis zum Ort Varca laufen, denn das Resort liegt außerhalb direkt am Strand, schließlich sollen die Gäste möglichst auf dem Gelände bleiben oder einen Ausflug buchen, statt auf eigene Faust loszuziehen. Wir taten es aber trotzdem und stiegen an der Hauptstraße in den Bus nach Margao, der zweitgrößten Stadt Goas mit 90.000 Einwohnern. Der dortige KTC Busbahnhof ist das Drehkreuz für die lokalen Verbindungen in die einzelnen Orte. Wir stiegen daher in den Bus nach Ponda um und wechselten dort erneut den Bus, um in die ehemalige Hauptstadt Velha Goa (Old Goa) weiterzufahren.

Die alte Stadt am Mandovi River, umrahmt von drei Bergen, ist seit 1986 UNESCO Weltkulturerbe. Goa war schon vor Ankunft der Portugiesen als „Golden Goa“ bekannt. Als diese 1510 dort landeten, wurden zahlreiche kunstvolle Kirchen und Klöster sowie Schulen und Universitäten gebaut. Im 16.-18. Jahrhundert hatte Goa mehr Einwohner als Lissabon oder Rom und galt als „Rom des Ostens“. Im 18. Jahrhundert verlor Goa aber an Größe und Glanz, vor allem durch Cholera- und Malaria-Epidemien. Der Sitz der Hauptstadt wurde 1843 offiziell nach Panjim verlegt.

Old Goa ist historisch bedeutend und auch als Pilgerstätte beliebt, denn in der Basilica do Bom Jesús befindet sich das Grab des heiligen Franz Xaver, eines berühmten Missionars aus dem 16. Jahrhundert. Die Basilika wurde 1605 nach elf Jahren Bauzeit fertiggestellt. Die schöne Fassade mit den drei eleganten Porticos weist fünf verschiedene Stile auf, unter anderem dorische, korinthische und ionische. Sie ist dem Bom Jesús (Guten Jesus) gewidmet und wurde 1964 von Papst Pius XII zur Basilika ernannt. Sie ist die einzige Kirche in Goa, die nicht mit Kalk verputzt ist, sondern in rotem Laterit erstrahlt.

In der Nachbarschaft steht die Sé-Kathedrale nach dem Vorbild der kleineren Kathedrale von Portalegre in Portugal. Sie ist der Heiligen Katharina gewidmet und soll die größte Kathedrale in Asien sein. Von den beiden Glockentürmen wurde einer durch Blitzschlag zerstört. Im noch intakten Turm hängt eine der größten goldenen Glocken der Welt. Die Kirche St. Francis und das angegliederte Kloster des heiligen Franziskus von Assisi befinden sich im Westen der Sé-Kathedrale. Sie wurden 1521 im portugiesisch-gotischen Stil gebaut.

Nach dem Besuch dieser Bauwerke hatten wir genug gesehen und fuhren mit dem nächsten Bus weiter in die Hauptstadt Panjim. Am Busbahnhof angekommen, verzichteten wir auch auf den Besuch des Viertels „Fontainhas“ mit restaurierten bunten Häuschen aus der Kolonialzeit. Die Bilder, die wir im Internet gesehen hatten, erinnerten uns an die hübschen Straßenzüge von Antigua in Guatemala. Stattdessen fuhren wir mit dem Direktbus für 46 INR p.P. nonstop zurück nach Margao und weiter nach Varca.

Die ehemalige Hauptstadt Velha Goa (Old Goa) am Mandovi River ist seit 1986 UNESCO Weltkulturerbe, aber nur mäßig beeindruckend.

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