21. Tag

Heute gab es zwischen 6.39 Uhr und 12 Uhr drei Tauchgänge. Jeder davon dauerte eine gute Stunde. Um wenigstens ein wenig Pause zu haben, ließ ich den zweiten aus und nutzte die Zeit, um an Bord ein paar Bilder zu machen. Stefan hatte morgens einen Tieftauchgang auf 27 m gemacht. Danach war aufgrund des höheren Drucks in der Tiefe eine längere Oberflächenpause erforderlich, so dass er den zweiten Tauchgang ebenfalls auslassen musste. Für den letzten Tauchgang liehen wir uns beide eine wasserdichte Kamera. Diesmal war ich so beschäftigt, dass ich ganz erstaunt war beim Blick auf den Finimeter festzustellen, dass die Anzeige nur noch 100 bar anzeigte, also schon die Hälfte der Luft verbraucht war. Aber dadurch, dass ich z.B versuchte einen kleinen Zackenbarsch beim Verlassen seiner Höhle zu fotografieren, kam mir die Zeit wohl viel kürzer vor. Jedenfalls war der Film nicht einmal voll, als ich wieder rückwärts die Treppe zum Schiff hinauf stieg.

Zurück in Cairns trafen wir uns am Abend im Pub neben unserem Hostel nocheinmal zum gemütlichen Beisammensein. Während sich Arno zu uns gesellte, stieß Phil mit den beiden „Kiwis“ und viel Whisky-Cola kräftig auf seinen heutigen letzten Trip an. Was er demnächst machen wollte, stand noch nicht fest. Arno meinte, es sei eine echte Unsitte, dass die beiden anderen Tauchlehrer jede Woche so ein Besäufnis veranstalten würden. Letztendlich zogen wir dann bis halb drei nachts mit Arno durch die Stadt, obwohl wir ja am nächsten Tag früh zur Weiterreise aufbrechen wollten. Nach ein paar Gläsern Bier wurde auch Arno langsam richtig gesprächig. Er erzählte, dass er sich beim Tauchen gern mal ganz still auf den Boden setzt, den unbekannten Geräuschen lauscht und schaut was so alles um ihn herum passiert. So hätte er das auch in Ägypten an einer abgelegenen Lagune mit noch intaktem Riff gemacht und dabei sogar Haie beobachten können. Wir könnten uns ja auch mal wieder bei ihm melden, denn er würde gern mit ein paar interessierten Leuten irgendwann einmal eine Tauch- und Kulturreise nach Ägypten organisieren.

Von seiner Tätigkeit im Robinson Club erfuhren wir, dass er allabendlich das Problem gehabt hatte unbehelligt zu seinem Zimmer zu kommen. Da ihn fast alle der etwa 250 Gäste gekannt hatten, wollte ihm dauernd jemand ein Bier ausgeben. Entweder war er also jeden Abend sternhagelvoll, oder er musste sich heimlich davonschleichen. Im Laufe der Zeit spielte er auch manchmal extra den schon völlig Betrunkenen, oder verteilte seine Biergläser unauffällig an die anderen Gäste. Später verriet Arno, dass er nicht nur Tauch-, sondern auch Ski- und Surflehrer war, einen Volleyball-Trainerschein hatte und auch schon mal als professioneller Handballtrainer gearbeitet hatte. Nach dem letzten Bier gestand er dann, dass er seine Ehefrau in Deutschland, von der er Stefan und mir schon am ersten Tag erzählt hatte, nur erfunden habe, damit er seine Ruhe vor weiblichen Fans und Kuppelaktivitäten der lieben Kollegen hatte.

An der Ostküste gibt es nicht nur Landwirtschaft mit Zuckerrohrfeldern, sondern auch malerische Landschaften.

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