6. Tag

Als kleinen Ersatz für die große Fahrt auf der Kong Harald starteten wir um 10 Uhr mit der kleinen Ryggertroll vom Anleger Zachariasbryggen direkt am Fischmarkt zu einer dreistündigen Fjordtour für 680 NOK pro Person. Wir verließen den Hafen in schneller Fahrt und fuhren hinaus in die Region Nordhordaland. Dabei unterquerten wir die gleichnamige Brücke, die größtenteils eine Schwimmbrücke ist, mit nur einem Hängebrückenelement mit dem Pfeiler an Land. Weil der Fjord an der Stelle bis zu 500 m tief ist, konnte man keine weiteren Fundamente setzen. Dann ging es an den steilen Felswänden des Osterfjords mit Wasserfällen entlang zum idyllischen Mostraumen, einem Weiler auf einer bei einer Überschwemmung entstandenen Landzunge, die die Wasserfläche bis auf wenige Dutzend Meter verengt. Noch ein Stück weiter liegt dann Modalen am Ende des Fjords. Die Gemeinde mit 800 Einwohnern ist die kleinste Norwegens und erst seit 1978 an das Straßennetz angebunden. Vorher dauerte die Reise von dort ins 36 km entfernte Bergen über Land ganze 12 Stunden.

Zurück in Bergen erkundeten wir dann die zweitgrößte Stadt des Landes. Der Legende nach soll König Olav Kyrre sie im Jahre 1070 gegründet haben. Bedeutung erlangte Bergen ab dem Mittelalter als Handelsmetropole, spezialisiert auf Trockenfisch. Bis 1850 hatte die Stadt trotzdem nur etwa 20.000 Einwohner, heute hat sie gut 280.000. Den besten Eindruck der im Mittelalter herrschenden Atmosphäre bekommt in Bryggen. Das Viertel mit den hölzernen Lagerhäusern geriet im Laufe der Jahrhunderte mehrfach in Brand. Nach dem schlimmsten Feuer im Jahre 1702 bauten es die Hanseatischen Kaufleute aber im Original wieder auf. Doch 1927 galten die verrottenden Gebäude nur noch als Rattennest. Nach einem weiteren Feuer 1955 stand lediglich nur noch ein Viertel der alten Holzhäuser. Das ermöglichte umfangreiche Grabungen, die neue Erkenntnisse brachten und neues Interesse für Bryggen weckten, das seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Vor dem Abendessen in unserem Häuschen lasen wir im Internet, dass Norwegen ab dem 29.8. für einreisende Deutsche wieder eine 10-tägige Quarantäne einführt, für die Campingplätze aber nicht geeignet seien. Wir fuhren dann noch mit der Tram zum Flughafen und zogen dort in das feine Clarion Hotel um.

Das historischen Bryggen, das Viertel mit den hölzernen Lagerhäusern, geriet im Laufe der Jahrhunderte mehrfach in Brand.

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