13. Tag

Zum Abschied von den Lofoten zeigte sich das Wetter noch einmal von seiner besten Seite. Der Himmel war strahlend blau, bei sommerlichen 20 °C. Auf dem Weg nach Evenes machten wir einen ersten kurzen Fotostopp am Surferstrand von Flakstad. Für einen Kurzbesuch in dem Dorf der Lofoten, das am originalgetreusten erhalten geblieben ist, bogen wir dann am gelben Schild mit der Aufschrift „Nusfjord“ von der E10 auf die Fv807 ab. Die 6 km lange Straße führte an einem sandstrandgesäumten Fjord mit monumentaler Bergkulisse vorbei nach Nusfjord mit 28 bunten Holzhäusern, die zusammen genommen ein großes Hotel sind. Das Dorf ist ein sehr touristisches Freilicht-Museum in Privatbesitz für 100 NOK Eintritt pro Person. Es hat aber aus unserer Sicht nicht wirklich mehr zu bieten als andere Dörfer auf den Lofoten, daher fuhren wir bald weiter.

Es war sozusagen noch immer Kaiserwetter, als wir ab Svolvær der Kaiserroute ein Stück folgten, gewidmet dem Lofotenliebhaber Wilhelm II. 17 km hinter Svolvær, kurz vor Sildpollen, machten wir auf einem großen Parkplatz an der E10 einen weiteren Fotostopp. Eine kleine Aussichtsplattform bietet dort einen tollen Blick auf den Austnesfjord mit einer kleinen Kirche auf der Landzunge. Die Kirche ist eines der beliebtesten Fotomotive der Lofoten, war allerdings auch teilweise eingerüstet.

Als wir ein kurzes Stück dahinter auf die Fv888 abbiegen wollten, um weiter der Kaiserroute zu folgen, war diese wegen Bauarbeiten gesperrt. Daher fuhren wir die Kaiserroute in umgekehrter Richtung ab Fiskebøl. Weil die Straße durch eine recht eintönige Landschaft mit Bauernhöfen und Wiesen führte und weite Bögen um mehrere Buchten schlug, drehten wir nach etwa 20 km bei Morfjorden aber wieder um. Die dortigen Sanddünen hatten sich als wenig imposant erwiesen und auf den winzigen Ort Delp mit schönen Sandstränden verzichteten wir, ebenso wie auf Laukvik, einen der schönsten Häfen (mit Leuchtturm) an der Außenseite der Lofoten.

Zurück auf der E10 hatten wir dann hinter dem nächsten größeren Fjord in Myrlandstranda bei Holdøy die Berge Austvagøys im Rücken, einen 3.340 m langen Tunnel hinter uns und zwei weitere Tunnel sowie die Inseln der Vesterålen vor uns. An der Nordostspitze von Austvagøy überquerten wir anschließend die Raftsundbrücke hinüber nach Hinnøy. Bei ihrer Einweihung im Herbst 1998 war sie mit 298 m Spannweite die längste freitragende Betonbrücke der Welt. Von ihrem Scheitelpunkt hat man einen tollen Ausblick in den Raftsund und zur richtigen Zeit auch auf die darunter durchfahrenden Hurtigrutenschiffe. Kurz hinter der Brücke machten wir auf einem Rastplatz mit schönem Blick auf den Ytterfjord eine späte Mittagspause.

Auf den 21 km Abstecher auf der Fv868 ins Raftsund-Gebiet bis Digermulen verzichteten wir aufgrund der vorgerückten Stunde ebenfalls. Nach 14 km hätten wir dort einen tollen Blick in den sagenumwobenen Trollfjord gehabt, in den die Schiffe der Hurtigruten zwei Mal täglich einbiegen, zumindest, wenn sie tatsächlich nach Plan fahren. Ein kleines Stück weiter hätten wir die Ruine des Kramladens von Lauksund passiert, der den Fischern früher alles Lebensnotwendige sowie Post, Telegraf- und Telefondienste bot. Dann hätten wir Digermulen erreicht, die „Hauptstadt“ des Raftsunds, die Wilhelm II. erstmals 1889 besuchte. Es ist laut Reiseführer ein besonderer Ort auf den Lofoten, inmitten der rauen Berge, umrahmt von grünen Wiesen.

Wir fuhren aber auf der E10 direkt weiter bis zu unserem Etappenziel Evenes. Abends wollten wir natürlich herausfinden, ob die „Northern Lights Terrace“ des Airport Hotels hielt, was der Name verspricht. Der Himmel war fast wolkenfrei und die kleine Terrasse bot einen freien Rundumblick. Zwischen 23 und 0 Uhr entdeckten wir aber nur ein einziges Polarlicht, das im Schein des Vollmonds so schwach war, dass man es erst auf dem Foto wirklich erkennen konnte. Der KP-Index hatte aber auch nur den Wert 1 gehabt.

Nusfjord ist das am besten originalgetreu erhaltene Dorf der Lofoten. Mit seinen 28 bunten Holzhäusern ist es ein sehr touristisches Freilicht-Museum in Privatbesitz.

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