11. Tag

Auf der Fahrt zur Halbinsel Cotentin besuchten wir die Deutsche Kriegsgräberstätte La Cambe. Der Friedhof war 1944 von der US Army am Rand des Kampfgebiets angelegt worden. In zwei benachbarten Gräberfeldern wurden zunächst deutsche und amerikanische Soldaten beerdigt. Nach Kriegsende wurden dann zwei Drittel der Amerikaner in ihre Heimat überführt und das andere Drittel auf den neuen Amerikanischen Soldatenfriedhof bei Saint-Laurent-sur-Mer. Bis dahin hatten die einstigen Feinde nebeneinander „in derselben Erde Frankreichs geruht“, wie es auf einer Infotafel hieß. 1948 wurde der Friedhof deutsch und wird seit 1954 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut. Insgesamt führte man dort in über 21.000 Gräbern die sterblichen Überreste von Wehrmachtssoldaten aus über 1.400 Bestattungsorten zusammen.

1958 wurde das Areal mit Hilfe eines integrativen Jugendlagers umgestaltet und im Zentrum ein 6 m hoher Hügel aufgeschüttet. Darum herum befinden sich die Gräberfelder mit kleinen Grabplatten im Rasen. Das Gelände ist mit Eichen bepflanzt und mit 5-er Reihen aus kleinen Kreuzen aus Basaltlava angemessen dezent gestaltet. „Die Toten dieses Friedhofs mahnen zum Frieden“, lautet die leider immer noch aktuelle Botschaft des Mitte der 1990-er Jahre eröffneten Informationszentrums. 1996 kam der Friedenspark um den Friedhof herum dazu, mit 1.200 Ahornbäumen, die Paten gespendet haben.

An der Ostküste der Halbinsel besuchten wir dann noch Utah-Beach. Dort hatten die Allierten durch massiven Beschuss die deutsche Verteidigung vorab weitgehend außer Gefecht gesetzt. Deshalb erlitten sie anderes als im benachbarten Omaha-Beach lediglich geringe Verluste. An der Stelle eines deutschen Bunkers steht heute das Landungs-Museum Utah Beach, in dem einer von nur noch 6 erhalten gebliebenen B-26 Marauder-Mittelstreckenbombern ausgestellt ist.

Auf dem Weg zum Strand kommt man zudem am Higgins Boat Monument vorbei. Bestandteil des Kunstwerks ist eines der insgesamt 1.089 Landungsboote, die der US-Unternehmer Andrew Jackson Higgins entwickelt und dann für die Armee gebaut hat. Die LCVP (Landing Craft, Vehicle, Personnel) genannten Landungsboote waren entscheidend für den Erfolg der Invasion. Sie waren 12 Knoten schnell, hatten 4 Mann Besatzung und konnten 36 Soldaten sowie zwei Browning M1919-Maschinengewehre aufnehmen.

In einem historischen Gebäude am Eingang zum Strand befindet sich heute das Bistro „Le Roosevelt“, mit einer originellen Einrichtung, einer mittelmäßigen Küche und deutlich überhöhten Preisen. In seinen Räumlichkeiten und im angrenzenden Bunker war vom 6. Juni bis zum 31. Oktober 1944 die Funkzentrale der US Army.

Am Nachmittag fuhren wir im strömenden Regen weiter an die Westküste von Cotentin, nach Le Rozel, wo wir im kleinen gleichnamigen Château aus dem 18. Jahrhundert übernachteten.

Auf dem Gelände des Château Le Rozel aus dem 18. Jahrhundert stehen auch diese hübschen kleinen Steinhäuser.

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