8. Tag

Obwohl Bergen mit durchschnittlich 2.250 mm Niederschlag die nasseste Stadt Norwegens und vielleicht sogar Europas ist, hatten wir dort zwei sonnige Tage verbracht. Statistisch regnet es in Bergen an 235 von 365 Tagen, aber wir hatten nur ein paar kurze Schauer erlebt.

Um 10.50 Uhr flogen wir weiter auf die Lofoten. Nach einer Stunde und 40 Minuten Flugzeit stiegen wir in Bodø um. Die Stadt wurde 1940 von den Deutschen stark bombadiert und ist daher wenig idyllisch von Betonbauten geprägt. Allerdings gibt es dort den weltweit größten Seeadler-Bestand. Die Greifvögel sind häufig über den Häusern zu sehen. Hat man einen Adler gesichtet, hat man damit die Aufnahmebedingung für den Havørnklubb erfüllt und kann im Touristenbüro die kostenlose Mitgliedschaft im „Seeadlerclub“ (https://havornklubben.no) beantragen.

Wir sahen aber keinen Adler und starteten nach kurzer Zeit zum 20-minütigen Weiterflug nach Svolvær. Der dortige Flughafen war winzig. Der Wagen mit dem Gepäck wurde daher einfach in einen Schuppen neben dem kleinen Abfertigungsgebäude gefahren. Die Passagiere nahmen sich ihre Koffer dann selbst vom Wagen. Auch einen Bus ins 6 km entfernte Ortszentrum schien es nur selten zu geben. Stattdessen hing ein Schild an der Flughafentür, mit einer Telefonnummer von Vågan-Taxi. Auf dem Parkplatz stand gerade ein 10-sitziger Sprinter des Unternehmens, der nur zwei ältere Damen abholte. Als ich den Fahrer fragen wollte, ob er uns nicht auch gleich mitnehmen könne, winkte er sofort ab. Wir müssten die Nummer anrufen. So warteten wir auf ein weiteres Taxi, dass uns dann für 279 NOK inklusive Anfahrtsgebühren zu unserem Hotel am Hafen brachte.

Den Nachmittag nutzten wir, um Svolvær im Sonnenschein zu erkunden. Am zentralen Torget wurden wir dabei Zeugen des Zieleinlaufs des jährlichen „Lofoten High 5“, eines Geländelaufs auf fünf Gipfel in der sehr fotogenen Umgebung. Rund um den Hafen sahen wir auch die ersten Rorbuer. Die historischen, hölzernen, meist rot gestrichenen Fischerhütten sind heute beliebte Touristenunterkünfte. Daher gab es auch eine ganze Siedlung mit neu gebauten Hütten, die aussahen wie langweilige Reihenhäuser einer beliebigen Feriensiedlung, nur eben in rot.

Als wir vom Abendessen zum Scandic Vestfjord Hotel zurückkehrten, das wir bewusst direkt um die Ecke des Hurtigruten-Anlegers gebucht hatten, lag an dem Kai, wo wir eigentlich in zwei Stunden mit der Trollfjord hätten anlegen sollen, die Finnmarken, die eine Stunde später nach Süden in Richtung Bergen weiterfuhr. Offenbar hatten wir uns zwei Mal einfach das „falsche“ Schiff ausgesucht. Aber immerhin waren wir jetzt wieder im ursprünglichen Reiseplan, mit einem zusätzlich Tag auf den „marin-alpinen Trauminseln über dem Polarkreis“, wie die Lofoten auch genannt werden.

Anflug mit einer kleinen Propellermaschine auf den winzigen Flughafen von Svolvær auf den Lofoten.

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