7. Tag

Wir betraten den Festungsbezirk von Jaisalmer mit seinen 99 Bastionen rings um den Hügel durch das Haupttor und schlenderten durch die schmalen verwinkelten Gassen der Altstadt mit unzähligen Souvenirshops, Restaurants und Hotels. Schließlich erreichten wir die sieben Jain-Tempel, die alle miteinander verbunden waren. Der älteste ist der 1417 erbaute Parshvanath-Tempel. Vor dem Allerheiligsten standen in den meisten Tempeln Priester im traditionellen Gewand, die wir später jedoch in ganz normaler Straßenkleidung nach Hause gehen sahen, als die Tempel um 13 Uhr ihre Pforten schlossen. Wir machten dann eine ausgedehnte Mittagspause in einem der vielen Rooftop-Restaurants an der äußeren Festungsmauer, mit einem tollen Blick auf die Stadt und die Tempeldächer.

Am Nachmittag besuchten wir das über 850 Jahre alte Fort. 1156 gegründet, stand es 1996 auf der Liste der 100 gefährdetsten Weltmonumente. Das Problem ist das Wasser. Heute gibt es davon aus der Leitung viel mehr in der Stadt als zu früheren Zeiten, als es die Leute noch eimerweise vom Brunnen holen mussten. Die Kanalisation ist jedoch unzureichend ausgebaut, so dass das viele Abwasser die Fundamente des Bauwerks geschwächt hat.

Die Fassaden des Forts sind kaum verziert und bestehen aus dem „goldenen“ Sandstein, für den Jaisalmer berühmt ist. In den Räumen hängt auch ein Bild zur tragisch-schönen Liebesgeschichte von Prinzessin Moomal und dem Prinzen Mahendra, einer Version von Romeo und Julia aus Rajasthan. Die schöne Moomal liebte den Prinzen eines anderen Clans, der sie daher nur jede Nacht heimlich in ihrem Palast besuchen konnte, dessen vermeintliche Ruinen noch heute in der Nähe der Stadt zu besichtigen sind. Eines Nachts hielt der Prinz Soomal, die Schwester der Prinzessin, die sich als Barde verkleidet hatte und die er im Gemach Moomals vorfand für einen Liebhaber und brach gekränkt den Kontakt ab. Weil sie ihn jahrelang mit Briefen nicht von ihrer Unschuld überzeugen konnten, machte sich die Prinzessin schließlich als Armreifverkäufer verkleidet auf die Suche nach ihrem Prinzen. Als sich ihn endlich fand und beide sich in die Arme sanken, starben sie. Es gibt aber auch noch zahlreiche andere und längere Versionen der sehr bekannten Geschichte.

Die Stadtfestung von Jaisalmer auf dem 75 m hohen, 120 m langen und 500 m breiten Trikuta-Felsen wurde im 17. Jahrhundert aus dem örtlichen Sandstein neu erbaut.

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