11. Tag

Zuerst spazierten wir heute zum Winter Palace Hotel direkt am Nil, das noch heute den Charme eines Grand Hotels aus der Kolonialzeit versprüht. Im schönen, subtropischen Garten hinter dem Haus gibt es sogar eine Schischa-Corner mit gemütlichen Sitzkissen.

Danach besuchten wir das Luxor Heritage Center, das die 2007 eröffnete Mubarak Public Library beherbergt, zu deren Bestand auch einige Journale des Deutschen Archäologischen Instituts gehören, in denen z.B. Grabungsberichte nachzulesen sind. Im Keller befindet sich das Culturama, eine patentierte Multimediapräsentation mit neun zu einem 180°-Panorama zusammengeschalteten Projektoren. Die 45-minütige Vorstellung macht eine Zeitreise durch Ägypten und zeigt z.B. einen über 1.000 Jahre vor Phytagoras verfassten Papyrus, der die Lösungen von über 60 mathematischen Problemen, wie der Berechnung des Flächeninhalts eines Dreiecks, erklärt. Ein anderes Thema ist die Astronomie, so wird am Beispiel der Tierkreiszeichen gezeigt, dass viele der heute gebräuchlichen Sternnamen, wie Aldebaran, Altair oder Rigel, ursprünglich aus dem Arabischen stammen. Obwohl das Culturama noch nicht offziell eröffnet ist, ist die eingesetzte Technik zwar für örtliche Verhältnisse hochmodern, aber trotzdem schon nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Ergänzend gibt es einige historische, mit 3D-Technik aufbereitete Fotos, eine kleine Sammlung nachgebauter Astrolabien aus dem 13. Jh., die zur Bestimmung der Tageszeit mithilfe des Sonnenstandes dienten, und ein interaktives Computerprogramm zum virtuellen Besuch von Gizeh, dem Grab Tutanchamuns und Luxor.

Den Nachmittag verbrachten wir dann am Hotelpool, und während wir am Morgen im großen Saal des Culturama noch die beiden einzigen Zuschauer gewesen waren, erlebten wir um 18.30 Uhr zusammen mit über 800 anderen Besuchern im Karnak-Tempel die einstündige Sound&Light-Show in englischer Sprache. Die Vorstellung fand in verschiedenen Bereichen des Geländes statt und endete am heiligen See, wo es eine große Tribüne für die Zuschauer gibt. In den vorherigen Abschnitten drängten sich die Leute aber vor dem jeweiligen Absperrband, und sobald dieses gefallen war stürmten sie im Halbdunkel so schnell wie möglich los, um am nächsten Band einen Platz ganz vorne zu ergattern. Vom Zauber den nächtlichen Monumente unter dem Sternenhimmel Ägyptens, untermalt von orchestralen Klängen und einem mit bedeutungsschwangeren Stimmen vorgetragenen Begleitkommentar vom Band, blieb da nicht allzu viel übrig. Als die Vorstellung vorbei war, mussten wir das Gelände auch schnell verlassen, weil am Eingang schon die Zuschauer für die nächste Show in französischer Sprache warteten.

Sound&Light-Show im Karnak-Tempel bei Luxor.
Sound&Light-Show im Karnak-Tempel bei Luxor.

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