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Um 9 Uhr fuhren wir in Bochum los, durchquerten Holland und gerieten bei Antwerpen in einen Stau. Gegen 14.30 Uhr erreichten wir Dünkirchen kurz hinter der französischen Grenze. Dort wollten wir im 75. Jahr nach dem D-Day, der Invasion der Allierten in der Normandie, ein kleines Stück in die eigene Familiengeschichte eintauchen und das Grab meines Großonkels besuchen. Dieser war wenige Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs mit 19 Jahren noch an die Front geschickt worden und schon nach wenigen Tag im Lazareth Rosendaël an einer Verwundung gestorben, wie ein alter Brief berichtete. Auf dem Friedhof in Dünkirchen-Rosendaël fanden wir aber nur ein kleines militärisches Gräberfeld mit französischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg.

Der Gärtner des Friedhof riet uns zum großen Soldatenfriedhof im Zentrum der Stadt zu fahren. Dort gab es ein großes Denkmal, allerdings nur Gräber von Briten, Polen und Kanadiern. Im Friedhofsbüro bemühte man sich sehr, wälzte Akten und recherierte im Internet, teilte uns jedoch schließlich mit, dass es in Dünkirchen keinen Friedhof mit deutschen Gefallenen gebe. Abschließend gab man uns den Tipp im örtlichen Touristenbüro nachzufragen. Dort erzählte uns die Dame von einem großen deutschen Soldatenfriedhof bei Amiens und gab es uns dazu eine Broschüre und eine Karte mit.

Wir fuhren anschließend weiter in die Normandie. Kurz vor der Alabasterküste passierten wir dort große Ackerflächen und sahen einen Traktor mit einer Kartoffel-Erntemaschine in Aktion. Um 19.15 Uhr kamen wir in Fécamp an und wurden dort schon von unserer Vermieterin Isabelle erwartet. Diese zeigte uns sogleich ihr sehr hübsch eingerichtetes Ferienhaus „La Caloge“, nur ein paar Blocks vom Meer entfernt. Zur Begrüßung hatte sie frische Crêpes und eine Flasche Cidre mitgebracht.

Abends kam ich dann bei der Internetrecherche über die Schlagworte „Gräbersuche & Frankreich & 2.Weltkrieg“ auf die Webseite des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. mit einer Online-Gräbersuche, die ich zu Hause schon vergeblich ausprobiert hatte. Nun nutzte ich die Suche noch einmal und testete dabei mehrere Namensvarianten in Kombination mit dem Geburtsdatum. Dieses Mal gab es einen Treffer. Das gesuchte Grab befand sich tatsächlich auf dem Soldatenfriedhof in Bourdon bei Amiens. Da dieser sozusagen auf dem Weg nach Hause lag, wollten wir ihn auf der Rückfahrt besuchen.

Blick vom Cap Fagnet bei Fécamp. Das Cap ist mit 110 m der höchste Punkt der Alabasterküste.

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