13. Tag

Für die heutige Weiterreise war das typische Herbstwetter mit Dauerregen nicht ganz so schlimm. Allerdings war die Luft so dunstig, dass wir von der westlichen Küstenstraße der Halbinsel Cotentin aus die Kanalinseln nicht mal erahnen konnten. Dafür hatten wir im Auto einen einwandfreien Empfang von Radio Jersey, das im Werbeblock gerade die Menü-Angebote diverser Restaurants anpries. In den Dörfern an der Strecke gab es zwar oft schöne Sandstrände, aber keine Läden, keine Kneipen und auch keine Restaurants. Leute waren ebenfalls keine zu sehen und die Steinhäuser wirkten bei diesem Wetter noch grauer als sonst.

Im etwas größeren Barneville-Carteret fuhren wir kurz zum Hafen, wo in der Saison von April bis September die Fähren nach Guernsey und Jersey starten. Der Ort verfügt aufgrund seiner Lage am Mündungstrichter des kleinen Flusses „Gerfleur“ zudem auf beiden Ufern über lange feine Sandstrände. Dabei schützen die vorgelagerten Kanalinseln die Küste vor der Brandung des Atlantiks, so dass im Sommer viele Badegäste kommen.

Über die D650 setzten wir dann die Fahrt nach Süden fort, vorbei am Château de Pirou, das im 11. Jahrhundert von der normannischen Familie Pirou gebaut und im Laufe der Zeit immer wieder erweitert wurde. Heute ist die mit Wassergräben befestigte Anlage die älteste zu besichtigende Burg der Normandie.

Nach einem einfachen Mittagessen in einer kleinen Strandbar fuhren wir an den Resten der Pont de la Roque weiter nach Granville. Dort beginnt die Bucht des Mont Saint-Michel und dort wurde der Modeschöpfer Christian Dior geboren. Sein Elternhaus, die Villa „Les Rhumbs“, ist heute das Musée Christian Dior mit wechselnden Ausstellungen.

Nach dem Umrunden der halben Bucht hatten wir schließlich unser kleines Boutique-Hotel „Les Quatre Salines“ in den Salzmarschen bei Roz-sur-Couesnon erreicht. Das empfehlenswerte hauseigene Restaurant servierte unter anderem ein zartes Salz-Lamm, das auf den Wiesen der Polderlandschaft gehalten wird und besonders würzig schmeckt. Das leckere Abendessen entschädigte uns ein wenig für den völlig verregneten Tag.

In der Bucht des Mont Saint-Michel herrschen die stärksten Gezeiten Europas. Bei Ebbe zieht sich das Wasser bis zu 15 Kilometer weit zurück.

2 thoughts on “Halbinsel Cotentin – 16. Oktober 2019

  1. Oh ja, an die Halbinsel Contentin erinner ich mich gern. Das war damals mit einem Freund im Peugeot-Cabrio im September – bestes Wetter, blauer Himmel, herrliche Fotolandschaften und super Stimmung! Am Nachhaltigsten in Erinner ung ist mir die Besteigung des Leuchtturms Point de Barfleur im Gedächtnis geblieben (und leider die Umfahrung der Wiederaufbereitungsanlage la Hague mit ihrem festungsartigen Charakter.

    1. Hallo Bernd,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Nun, die Jahreszeit unserer Reisen stimmt ja etwa überein. Bei uns war das Wetter leider recht regnerisch, aber immerhin hatten wir stundenweise auch blauen Himmel und kein Cabrio. In diesem Fall kein Nachteil 🙂
      Die Wiederaufbereitungsanlage haben wir „links liegen gelassen“, aber Du hast recht, sie passt nicht so ganz zu den allgemein üblichen Beschreibungen der vergleichsweise unberührten Natur der Halbinsel.
      LG
      Stefan

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